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Marderschäden Fakten und Statistiken

Marderschäden in Deutschland pro Jahr Fakten:

  • Rund 214000 Marderattacken pro Jahr
  • 12496 Marderpannen im Jahr 2017 vom ADAC abgewickelt
  • Von 2007-2017 sind Marderattacken um 33% gestiegen
  • Im Frühjahr und Sommer ist die Gefahr um 50% höher
  • 72 Millionen Euro Kosten wurden von Kaskoversicherungen im Jahr 2017 übernommen
  • Die Verbreitung von Mardern nimmt von Süden nach Norden immer mehr zu
  • Geschätzter Steinmarderbestand in Deutschland bei 840000 Tieren

Im Bewusstsein eines jeden Autobesitzers hat der Marder, genauer gesagt der Steinmarder einen ganz besonderen Platz. Kein anderes Tier hat es geschafft so viele Fahrzeuge lahmzulegen wie dieser putzige Quälgeist. Jedes Jahr fallen ihm in Deutschland mehr als 200000 Fahrzeuge zum Opfer und dies sind nur die Fälle welche bei der Versicherung landen. Auch der ADAC kann ein Lied davon singen, mussten doch 2017 die Pannenhelfer 12496-mal wegen eines Marderschadens ausrücken. Betrachtet man die geschätzte Marderpopulation von 840000 in Deutschland  kann man aber von Glück reden das es nicht mehr sind.

Nun hat aber auch der Marder das recht sein Leben zu leben auch wenn ihm einige dieses Recht am liebsten  Absprechen wollen, es ist aber auch gar nicht nötig Gewalt anzuwenden.

Denn ein friedliches Nebeneinander von Mensch und Marder ist möglich und recht einfach zu erreichen, um Schäden an ihrem Fahrzeug zu verhindern benötigen sie nämlich nicht viel, weder Zeit noch Geld. Gute Ultraschall-Geräte zum Beispiel sind heute bereits ab 30€ erhältlich. Diese Geräte sind auch von Laien schnell eingebaut und erfüllen ihren Zweck. Mehr dazu finden sie unter Ultraschall-Marderschreck.

Die Nachfolgende Infografik soll Wissenswerte Fakten zum Steinmarder und seinem Verhalten veranschaulichen.



Erstes Auftreten von Marderschäden

Der Steinmarder wurde bis in die 50er Jahre wegen seines begehrten Fells gejagt, wodurch sein Bestand extrem zurück ging wodurch Jagdbeute weitestgehend uninteressant wurde.

Nach und nach erholten sich die Bestände in den darauffolgenden Jahrzehnten wieder, wodurch der Marder gezwungen wurde auch in besiedelte Gebiete vorzudringen. Als Kulturfolger fühlen sich die Tiere in der Nähe des Menschen sehr wohl, bieten wir ihnen doch alles was sie zum Leben brauchen von Nahrung im Überfluss bis hin zum beheiztem Unterschlupf.

Die ersten Fälle von Marderverbiss wurden dann in den 70er Jahren in der Schweiz und in Österreich bekannt. Kurze Zeit später folgten auch erste Fälle im Süden Deutschlands (vor allem in Bayern und Baden-Württemberg) seitdem steigt die Zahl der Marder und damit auch die Anzahl der Marderschäden stätig an.

Jedes Jahr werden mehr Schäden registriert, dies kann auch gut an den Google Suchanfragen zum Thema Marderschäden  beobachtet werden, welche innerhalb weniger Jahre um ein Drittel angestiegen sind.

Worauf ist dieses Verhalten zurückzuführen?

Lange wurde fälschlicherweise angenommen das der Marder auf den Geruch des heißen Gummis oder die bei der Produktion verwendeten Inhaltsstoffe reagiert.

Die Wahrheit auf das Verhalten des Marders ist jedoch viel einfacher. Aus der Sicht des Marders ist der warme und geschützte Motorraum ein Idealer Unterschlupf und wird auch dementsprechend von ihm genutzt. Was die Tiere wirklich veranlasst Kabel und Schläuche zu zerbeißen wurde von Wissenschaftlern der Uni Gießen herausgefunden. Das Verhalten lässt sich danach auf drei einfache Ursachen zurückführen.

  • Erkundungsverhalten: Marder sind sehr neugierige Tiere, hat ein Gegenstand ihr Interesse geweckt so verbringen sie viel Zeit damit herauszufinden um was es sich dabei handelt. Sie schnuppern, belecken und unterziehen den Gegenstand einer Bissprobe. Dieses Verhalten ist auch bei anderen Tieren sehr verbreitet (Katzen, Nagetiere, usw.)
  • Spieltrieb: Jungtiere sind noch um ein vielfaches Neugieriger als ältere Tiere, somit erkunden sie ihre Umgebung viel Intensiver. Oft wird ein Spiel aus der Erkundung und ihr Motorraum muss als Spielplatz herhalten, da lassen sich Schäden kaum vermeiden.
  • Aggression: Steinmarder hinterlassen bei ihren Erkundungen zwangsläufig auch ihre Duftspuren im Motorraum. Marder sind sehr territoriale Tiere, fahren sie mit dem markierten Wagen in ein anderes Marderrevier so wird der Besitzer des Reviers wenig erfreut sein über diesen Eindringling. Er wird mit allen Mitteln versuchen ihn zu Bekämpfen und die Duftspuren zu beseitigen.

Dieses Revierverhalten ist im Frühjahr besonders stark ausgeprägt, in dieser Zeit sind die Männchen sehr aktiv um ihr Revier mit Duftmarken zu versehen als Vorbereitung auf die Paarungszeit im Sommer. Dementsprechend sind die Marderschäden auch viel häufiger und ausgeprägter. Dennoch muss an dieser Stelle erwähnt werden das lange nicht jeder Marderkontakt mit Marderschäden endet, dies ist eher eine Ausnahme.


Wie erkenne ich einen Marderschaden?

Den meisten Autobesitzern fällt erst etwas auf wenn der Wagen plötzlich nicht mehr startet, ein Leistungsabfall zu verzeichnen ist oder die Warnleuchten am Armaturenbrett panisch aufblinken.

Bei einem Blick unter die Motorhaube wird dann sehr schnell klar dass es sich um einen Marderschaden handelt. Dies ist unschwer an den kleinen Bissspuren an gut zugänglichen Kabeln und Schläuchen zu erkennen aber auch an den Hinterlassenschaften der unliebsamen Mitbewohner wie Haare, Fäkalien oder Reste vom Mitternachtssnack oder auch an einer inbrünstig zerpflückten Schalldämmung. Mehr zum Thema Marderschäden erkennen finden sie hier.

Achtung: sollten sie einen Marderbesuch bei ihnen beobachten so ist es dringend empfohlen schnellstmöglich eine Motorwäsche vorzunehmen und anschließend den Motortraum mit einem Marder Duftmarkenentferner zu behandeln. Ansonsten setzen sie sich der Gefahr eines Revierkampfes in ihrem Motorraum aus.

Marderschäden mit Teuren folgen

Nicht  selten bleiben Marderschäden unbemerkt und ziehen kostenintensive Folgeschäden nach sich, bis hin zum kompletten Motorschaden mit Kosten in Höhe mehrerer Tausend Euro. Die meisten Versicherungen zahle nur für den Marderschaden, nicht aber für entstandene Folgeschäden. Hier sollten sie sich Informieren in wieweit ihre Versicherung für solche Schäden aufkommt.

Die meist beschädigten Fahrzeugteile

  • 40% Zündkabel
  • 33% Kühlwasserschlauch
  • 21% Niederspannungskabel
  • 10% Gummimanschetten an Antriebswellen
  • 7%  Isoliermatten (Geräusch und Wärmedämmung)
  • 2,5% Bremsschläuche
  • 2% Schläuche am Vergaser