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Marderschäden in Deutschland pro Jahr Fakten:

  • Rund 233000 Marderattacken pro Jahr
  • 16000 Marderpannen vom ADAC abgewickeltPanne Marderschaden
  • Von 2007-2012 sind Marderattacken um 33% gestiegen
  • Im Frühjahr und Sommer ist die Gefahr um 50% höher
  • 64 Millionen Euro Kosten wurden von Kaskoversicherungen im Jahr 2012 übernommen
  • Die Verbreitung von Mardern nimmt von Süden nach Norden immer mehr zu
  • Geschätzter Steinmarderbestand in Deutschland bei 250000 Tieren

Der Marder hat sich wie kein anderes Tier in das Bewusstsein der Autofahrer eingebrannt, nicht zuletzt wegen einiger unliebsamer Erfahrungen die viele mit diesen recht Nerv tötenden Nagern gemacht haben. Zerbissene Zündkabel, worauf der Wagen morgens nicht mehr anspringen will, ein durchlöcherter Kühlerschlauch der dazu führt das man auf der Autobahn eine Notlandung einlegen und den ADAC anrufen muss und noch weitaus schlimmere Zwischenfälle verdanken wir dem Steinmarder.

Erstes Auftreten von Marderschäden

Der Steinmarder wurde bis in die 50er Jahre wegen seines begehrten Fells gejagt, wodurch sein Bestand extrem zurück ging und er als Jagdbeute uninteressant wurde. Die Bestände erholten sich in den darauffolgenden Jahrzehnten wieder schnell, wodurch der Marder gezwungen wurde auch in besiedelte Gebiete vorzudringen.

Die ersten Fälle von Marderverbiss wurden in den 70er Jahren in der Schweiz und in Österreich bekannt. Kurze Zeit später folgten auch Fälle im Süden Deutschlands (vor allem Bayern und Baden-Württemberg) seitdem steigt die Zahl der Marder und damit auch die Anzahl der Marderschäden stätig an. Jedes Jahr werden mehr Schäden registriert, dies kann auch gut an den Google suchanfragen zum Thema Marderschäden  beobachtet werden, welche innerhalb weniger Jahre um ein Drittel angestiegen sind.

Worauf ist dieses Verhalten zurückzuführen?

Lange wurde fälschlicherweise angenommen das der Marder auf den Geruch des heißen Gummis oder die bei der Produktion verwendeten Inhaltsstoffe reagiert.

Die Wahrheit auf das Verhalten des Marders ist jedoch viel einfacher. Aus der Sicht des Marders ist der warme und geschützte Motorraum ein Idealer Unterschlupf und wird auch dementsprechend von ihm genutzt. Was die Tiere wirklich veranlasst Kabel und Schläuche zu zerbeißen wurde von Wissenschaftlern der Uni Gießen herausgefunden. Das Verhalten lässt sich auf drei einfache Ursachen zurückführen.

  • Erkundungsverhalten: Marder sind sehr neugierige Tiere, hat ein Gegenstand ihr Interesse geweckt so verbringen sie viel Zeit damit herauszufinden um was es sich dabei handelt. Sie schnuppern, belecken und unterziehen den Gegenstand einer Bissprobe. Dieses Verhalten ist auch bei anderen Tieren sehr verbreitet (Katzen, Nagetiere, usw.)
  • Spieltrieb: Jungtiere sind noch um ein vielfaches Neugieriger als ältere Tiere, somit erkunden sie ihre Umgebung viel Intensiver. Oft wird ein Spiel aus der Erkundung und ihr Motorraum muss als Spielplatz herhalten, da lassen sich Schäden kaum vermeiden.
  • Aggression: Steinmarder hinterlassen bei ihren Erkundungen zwangsläufig auch ihre Duftspuren im Motorraum. Marder sind sehr territoriale Tiere, fahren sie mit dem markierten Wagen in ein anderes Marderrevier so wird der Besitzer des Reviers wenig erfreut sein über diesen Eindringling. Er wird mit allen Mitteln versuchen ihn zu Bekämpfen und die Duftspuren zu beseitigen.

Dieses Revierverhalten ist im Frühjahr besonders stark ausgeprägt, in dieser Zeit sind die Männchen sehr aktiv um ihr Revier mit Duftmarken zu versehen als Vorbereitung auf die Paarungszeit im Sommer. Dementsprechend sind die Marderschäden auch viel häufiger und ausgeprägter. Dennoch muss an dieser Stelle erwähnt werden das lange nicht jeder Marderkontakt mit Marderschäden endet, dies ist eher eine Ausnahme.

Wie erkenne ich einen Marderschaden?

Den meisten Autobesitzern fällt erst etwas auf wenn der Wagen plötzlich nicht mehr startet, ein Leistungsabfall zu verzeichnen ist oder die Warnleuchten am Armaturenbrett panisch aufblinken. Bei einem Blick unter die Motorhaube wird dann sehr schnell klar das es sich um einen Marderschaden handelt. Dies ist unschwer an den kleinen Bissspuren an gut zugänglichen Kabeln und Schläuchen zu erkennen aber auch an den Hinterlassenschaften der unliebsamen Mitbewohner wie Haare, Fäkalien oder Reste vom Mitternachtssnack.

Achtung: sollten sie einen Marderbesuch bei ihnen beobachten so ist es dringend empfohlen schnellstmöglich eine Motorwäsche vorzunehmen und anschließend den Motortraum mit einem Marder Duftmarkenentferner zu behandeln. Ansonsten setzen sie sich der Gefahr eines Revierkampfes in ihrem Motorraum aus.

Marderschäden mit Teuren folgen

Nicht  selten bleiben Marderschäden unbemerkt und ziehen kostenintensive Folgeschäden nach sich, bis hin zum kompletten Motorschaden mit Kosten in Höhe mehrerer Tausend Euro. Die meisten Versicherungen zahle nur für den Marderschaden, nicht aber für entstandene Folgeschäden. Hier sollten sie sich Informieren in wieweit ihre Versicherung für solche Schäden aufkommt.

Die meist beschädigten Fahrzeugteile

  • 40% Zündkabel
  • 33% Kühlwasserschlauch
  • 21% Niederspannungskabel
  • 10% Gummimanschetten an Antriebswellen
  • 7%  Isoliermatten (Geräusch und Wärmedämmung)
  • 2,5% Bremsschläuche
  • 2% Schläuche am Vergaser

⇓ Alle Fakten zusammengefasst ⇓